Nach der » Brockhaus-Enzyklopädie «
(19. Auflage - 1988)
ist Eisschießen, Eisstockschießen ...
... ein Wurf- und Zielspiel auf Eisbahnen (Asphaltbahen u.a.).
Ziel ist es, den Eisstock, ein pilzartiges Wurfgerät aus
Es bedarf allerdings einer Menge Phantasie, sich aufgrund dieser Beschreibung den Eisstocksport in seiner heutigen Form vorzustellen.
... und während sich in der »Enzyclopädia Britanica« kein Eintrag zum Eisstocksport (bzw. Ice-Stock-Sliding-Sport) findet, heisst es im »Brockhaus« weiter:
Auf der 30 x 3 m großen Stockschießbahn werden das kombinierte Ring- und Stockschießen und das Mannschaftsschießen ausgetragen. Das Weitschießen (nur für Herren) wird auf abgesteckten Bahnen ausgetragen.
Das Eisstockschießen ist seit dem 16. Jh. in Deutschland und Österreich bekannt. Deutsche Meisterschaften fanden erstmals 1926 statt.
Europameisterschaften werden seit 1951 im kombinierten Ring- und Stockschießen und Weitschießen ausgetragen. Seit 1966 wird ein Europapokalwettbewerb mit Einzel- und Mannschaftswertung veranstaltet. Die erste Weltmeisterschaft wurde 1983 durchgeführt. Auf dieser Seite erfahren Sie noch einiges mehr über dieses
»pilzartige Wurfgerät« und die Art es zu »werfen«.
Wie alles begann !
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In der Steinzeit ... |
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Kurt Jeschko schreibt in seinem Buch über das Eisschiessen: » Alle Spiele der Menschen haben einen kultischen Untergrund. Sie sind aus magisch-mythischer Zeit gewachsene Gleichnisse des Lebens, dessen Schicksal vom Jahreslauf der Natur bestimmt wird. Man kann daher im Eisschießen mit sonnenähnlichen Scheiben auch einen spielerischen Kampf gegen den Winter sehen, den Versuch einer Überwindung der dunklen Zeit. « |
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... oder im Mittelalter ? |
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Sportliche Betätigung war im Mittelalter vor allem dem Adel vorbehalten. Junker übten sich im Ringen, Fechten und Reiten um sich auf die Zeit als Ritter vorzubereiten und für die Herausforderungen von Schlachten und Kreuzzügen vorbereitet zu sein. Auch war im Mittelalter den einfachen Leuten die Jagd verboten. Die Bürger des Mittelalters, vor allem Bauern und Handwerker hatten im Winter eine Menge überschüssige Zeit und beschäftigten sich deshalb mit allerlei Kurzweil. So entwickelte sich im frühen Mittelalter aus verschiedenen Schub- und Gleitspielen ein ganz besonderes "Jagdspiel" - das Eisstockschießen. |
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Zum Eisschießen brauchte es nicht viel:
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Die Entwicklungder Sportgeräte |
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Die ersten Eisstöcke ... |
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... waren einfache Holzscheiben mit einem Griff oder Zapfen in der Mitte, so wie sie auch auf Breughels Gemälden aus dem Jahre 1565 zu sehen sind. Diese Holzscheiben wurden einfach von Baumstämmen abgesägt oder aus Wurzelstöcken herausgeschnitten. Vermutlich stammt daher auch die Bezeichnung: Eisstock Die frühen "Eisstöcke" bestanden aus einem einzigen Stück Holz. Lediglich der Griff wurde aus einem anderen Holzteil geformt und eingesetzt. Erst später wurden die Eisstockkörper höher und nahmen allmählich eine kegelartige, sich zur Mitte hin verjüngende Form an. |
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Ab dem beginnenden 18. Jhdt. |
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schützte man die hölzernen Eisstöcke mit einem Eisenring. Die Stöcke waren nun widerstandsfähiger gegen die Stösse beim Aufeinanderprallen und hatten jetzt auch eine erheblich längere Lebensdauer. Das "Bereifen" der Eisstöcke wurde hauptsächlich von Hufschmieden und Wagnern (die ja im Aufziehen von Eisenreifen auf Wagenräder geübt waren) durchgeführt. Aber auch das Herstellen der Stöckkörper war nicht mehr jedermanns Sache; die Eisstöcke - zum Teil kunstvoll gedrechselt - wurden nun größtenteils von Tischlern und Schreinern gefertigt. Holzart, Gewicht und Größe des Eisstocks konnten von den Schützen lange Zeit frei gewählt und auf die eigenen Fähigkeiten und Fertigkeiten abgestimmt werden. Um den verschiedenartigen Anforderungen des Eisschiessens gerecht werden zu können führte deshalb ein guter Schütze mehrere (meistens drei) Stöcke mit sich. Die bevorzugten Holzarten für die Herstellung der Eisstöcke waren Birne, Ahorn und Kirsche - für den Stiel wurde meist Haselnuss verwendet. Das Gewicht des Stockes lag je nach Verwendungszweck zwischen 2 und 6 kg. |
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Erste Sommerstöcke |
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Immer mehr Eisschützen hatten das Bestreben, ihren Sport auch im Sommer auszuüben. Erste Versuche des Sommerstockschießen wurden bereits um 1920 durchgeführt. Geschossen wurde mit normalen Holzeisstöcken auf Tannennadel-Bahnen. Später versuchte man sich auch auf Terazzo- und Wasserbahnen. Ab Mitte des 20 Jhdt. wurde auch auf den Parkettböden
in Turnhallen und Tanzsälen "Eisstock" geschossen. Hierzu
wurden spezielle "Bürstenstöcke" |
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Ab etwa 1963 wurden versuchsweise (vor allem in Gendorf/Bayern) Laufflächen auch aus verschiedenen Kunststoffen und Plexiglas hergestellt. Diese Materialien zeigten hervorragende Laufeigenschaften auf asphaltierten Flächen und Betonböden. Das Bürstenstockschießen geriet durch die Einführung des "Asphaltschiessens" zunehmend in Vergessenheit. War man beim Eisstockschießen bisher meist vom vorhandenem (oder nicht vorhandenem) Eis abhängig, so konnte sich der Eisstocksport nun zu einem Ganzjahressport entwickeln. |
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Internationale Bestimmungen |
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In den internationalen Wettkampfbestimmungen (IWKB) von 1950 wurde der Eisstock erstmals als Wettkampfgerät etwas näher aber immer noch technisch laienhaft beschrieben. Der Eisstock wurde von da an zunehmend in den straffen Anzug des Regelwerks gezwängt, Abweichungen und Manipulation wurden nicht mehr geduldet und mit Strafen belegt. Anfang der 1960-er Jahre wurden Wechselmetallstöcke (Aluminiumstöcke) eingeführt. Diese waren dem Aussehen nach (nicht aber hinsichtlich der Konstruktion und der physikalischen Eigenschaften) den heute gebräuchlichen schon sehr ähnlich und ab 1963 verwendete man als Stöckkörpermaterial auch Kunststoff. Dieses Material setzte sich immer mehr durch und ist heute im Turniersport das einzig zugelassene. In Tz. 1.9.1 der Internationalen Wettkampfbestimmungen von 1971 ist der Eisstock als Sportgerät bereits umfassend hinsichtlich seiner Geometrie und Materialbeschaffenheit beschrieben. Insbesondere wurden hier Regelungen bezüglich des zulässigen Gewichts und der Größe eines Turnier-Eisstocks getroffen. Aber auch Form und Dicke des schützenden Metallrings wurden festgelegt und verschiedene Veränderungen am Eisstock (z.B. Gewichtseinlagerungen) bzw. seiner Einzeleile verboten. Auch das Wachsen der Laufflächen war im Turniersport verboten. Aber bei Verwendung eines Stockes der herkömmlichen Bauart (Vollholzstock) war die Verwendung beliebig vieler Stöcke durch einen Schützen erlaubt. Diese Bestimmungen galten bis 1980 und wurden dann von den Internationalen Eisstock-Regeln abgelöst. |
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Die ersten Gummi-Laufsohlen |
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Als Material für die Laufflächen der Eisstöcke war bis Anfang der 70-er nur naturgewachsenes Holz von einer Sorte erlaubt. Um bessere Laufeigenschaften zu erreichen wurden verschiedene Holzarten (hartes und weiches Holz, z.B. Balsa-Holz) verwendet und der Maserung entsprechend auf die Befestigungsplatten aufgeklebt. Ab 1973 wurde (wiederum zuerst in Gendorf) auch Gummi als Laufsohlenbelag verwendet. Gummi und Naturkautschuk verdrängten das Holz in den folgenden Jahren ganz aus dem Turniersport. Holz ist seit Einführung der Internationalen Eisstock-Regeln im Jahre 1980 als Laufsohlenbelag in vollem Umfang verboten. |
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Internationale Eisstock-Regeln (IER) |
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In Abschnitt 2 der Internationalen Eisstock-Regeln von 1980 sind der Eisstock und seine Einzelteile schon weitaus genauer beschrieben. Erstmals sind hier auch Sportmaterialien (Laufsohlen) für den Sommerstocksport beschrieben und seither offiziell zugelassen. |
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Der Eisstock entwickelte sich seither unaufhörlich weiter - zu einem technisch mittlerweile voll ausgereiften Sportgerät - oder wie Kurt Jeschko schreibt: |
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Das Eisstockschießen ... |
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ist seit seiner Entstehung ein Mannschaftswettbewerb |
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Gespielt wurde vornehmlich innerhalb der dörflichen Gemeinschaft - und stets "kämpften" zwei Mannschaften gegeneinander. Die Leistung des einzelnen war ursprünglich von untergeordneter Bedeutung. Entscheidend war letztentlich immer nur der Erfolg der Mannschaft. Jeder hatte sein Können einzusetzen um "für" bzw. "mit" der Gemeinschaft die Beute (die Daube) zu erobern und so das Spiel - resp. die Jagd - erfolgreich zu gestalten. |
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Die Einteilung der Mannschaften |
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Zu Beginn eines jeden Spieles wurden die teilnehmenden Spieler in zwei Mannschaften aufgeteilt. Meistens wurden die Mannschaften durch "Z'samm'steßn" (=Zusammenstoßen) ermittelt. |
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Die dazu im Kreis um die Daube stehenden Mitspieler schoben auf Kommando ihren Eisstock zur Daube. Die dann am nächsten zur Daube liegenden Stöcke bildeten eine Mannschaft, die sogenannten "Engen", die restlichen Spieler waren die "Weiten". Beide Mannschaften mussten die gleiche Anzahl von Spielern aufweisen. Bei ungleicher Spielerzahl erhielt zum Ausgleich der am nächsten zur Daube stehende (Stock) Spieler - der "Engmoar" (der Spielführer der "Engen") - einen zweiten Versuch. |
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Der Spielablauf |
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Die beiden Spielführer hatten das Spiel zu beginnen. Zunächst gab der "Weitmoar" seinen Schuß ab - und ihm folgend der "Engmoar". Oftmals versuchten einer der "Moare" die Daube bereits weit nach hinten zu treiben um dadurch den weniger kräftigen Schützen des Gegners das Spiel schwer zu machen. Das Spielfeld war ursprünglich nicht begrenzt - ggf. wurde das Spiel auch auf der Straße oder im angrenzenden Acker fortgesetzt. In der Folge hatte diejenige Mannschaft das Spiel fortzusetzen, die nicht im Besitz der Daube war. Erst wenn es gelungen war einen oder mehrere eigene Stöcke näher an der Daube zu platzieren als der nächste gegnerische Stock war wieder die andere Mannschaft an der Reihe. Sämtliche Aktionen der Mannschaften (gefühlvolle Maßschüsse, Wegschiessen des Gegners oder Stehlen der Daube) wurden vom jeweiligen "Moar" geleitet - er war der Kopf der Mannschaft. Sobald eine Mannschaft nicht mehr in der Lage war, die Daube zu erobern, weil sie alle ihre Stöcke "verschossen" hatte und auch mit dem letzten Schuß die Bestlage zur Daube nicht erreicht hatte, war das Spiel beendet und für diese Mannschaft verloren. Die noch verbliebenen Gegner trugen ihren Stock feudestrahlend zum Ziel und das Spiel konnte (nun in entgegengesetzter Richtung) erneut beginnen. |
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Die Spielwertung |
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Hatte eine Mannschaft einen der vorgenannten Spielabschnitte (Kehre) gewonnen - so wurde dieser mit Punkten gewertet. Für den ersten Kehrengewinn erhielt jede Mannschaft sechs Punkte - für jeden weiteren drei. Eine Mannschaft die noch keine Kehre gewonnen hatte wurde mit "braun" bezeichnet - vermutlich eine farbliche Anlehnung an einen drohendes "Schneiderspiel" (= Spielverlust ohne Kehrengewinn), das auch "schwarz" genannt wurde. Bei zwölf Punkten oder drei gewonnenen Kehren war das Spiel beendet. Diese "zwölf" wurden aber nicht mehr gezählt sondern gingen meistens schon im Jubel bzw. in den Spottreden der Sieger unter. |
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... Ähnliches ? |
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Parallel zum Eisstockschießen und wohl auch aus den selben Gründen, die spielerische Umsetzung der Jagd, hatte sich in Südfrankreich - wenn auch auf den ersten Blick nicht ersichtlich - ein dem Eisschiessen ähnliches Spiel entwickelt: Boule, der französiche Bruder des italienischen Boccia. |
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Boule, das später daraus hervorgegangene Petanque und Boccia sind eng mit dem Eisschießen verwandt; sie unterscheiden sich lediglich dadurch dass nicht auf Eis, sondern auf Sand oder Rasen und nicht mit Eisstöcken, sondern mit Holz- oder Metallkugeln gespiel wird. Das schottlische Curling dagegen unterschiedet sich weit mehr vom Eisschießen als angenommen. Spielfläche und die Art der Sportgeräte sind dem Eisschießen zwar ähnlich, Schussfolge und Zählweise (und damit auch der Spielablauf) dagegen vollkommen unterschiedlich. |
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Das Mahleisschiessen ... |
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Bereits Mitte des 19. Jhdt. fanden weitläufig sogenannte Mahleisschiessen (in Österreich auch Knödelschießen) statt, die haupsächlich von Gastwirten abgehalten wurden, die eine eigene Eisbahn unterhielten. |
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So veranstaltete beispielsweise der Gastwirt Anton Meindl im Jahre 1864 ein drei Tage dauerndes Eisschießen mit anschließendem Abschlußball auf dem Baron von Mandl'schen Holzweiher in Tüßling (Landkreis Altötting, Bayern). Die Einladung hierzu wurde über die Presse verbreitet. »Der Amtsbote am Inn, an der Rott und Salzach«, Nr. 10, Seite 38, vom 22.01.1864.
Zu diesen Veranstaltungen lud der sogenannte "Bojazzl" (aus dem ital. Bajazzo = Spassmacher der commedia dell'arte) ein. Dieser war meist wie ein Clown gekleidet und schwang als Zepter einen Stock mit bunten Bändern und einer aufgeblasenen Schweinsblase. Während des Wettbewerbs sorgte er für Ordnung auf der Eisbahn und unterhielt mit lustigen Sprüchen die Zuschauer und Eisschützen. Wahrscheinlich war der "Bojazzl" eine regionale Besonderheit und nur im südlichen Landkreis Altötting bekannt.
(aus der Vereinschronik des Eisklubs
Altötting von 1889, Paul Schönstetter)
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Im Anschluß an diese Mahleisschiessen wurden vielfach noch in verschiedenen Aufgabenstellungen Einzelsieger ermittelt. Und aus diesen Einzelwertungen entwickelten sich die heutigen Einzeldisziplinen. |
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Das wettbewerbsmäßige Eisschiessen ... |
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Während ursprünglich (und auch noch beim heutigen "wilden Schießen" das Spielfeld und die Zahl der Spieler pro Mannschaft nicht begrenzt waren, mussten mit der Einführung von Wettbewerben, bei denen mehr als zwei Mannschaften teilnahmen und dem entsprechend mehrere Spiele gleichzeitig auf dem Eis ausgetragen wurden, sowohl die Spielfeld- als auch die Mannschaftsgröße eingeschränkt werden: |
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Für die Mannschaft wurde eine Spielerzahl von vier Spielern vorgeschrieben, von denen jeder pro Kehre einen Schuß abzugeben hatte. Auch die Anzahl der Durchgänge (Kehren) wurde auf sechs (bei schlechter Witterung oder Zeitmangel mitunter auf 5) festgelegt. |
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Das Spielfeld bestand nunmehr aus einem im
Abstand von 36 m zur Abpielstelle (ins Eis geschlagene Standritze)
eingezeichneten Zielfeld mit einer Größe von Nachdem die Wettbewerbe mehr und mehr in Kunsteishallen
abgehalten wurden, musste die Spielfeldgröße erneut angepasst werden.
Der Abstand zum Daubenkreuz beträgt heute |
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Auch die Wertung der einzelnen Kehren wurde geändert. Während ursprünglich nur die gewonnenen Kehren gezählt wurden - wird seit Einführung des wettbewerbsmässigen Eisstockschießens jede gewonnene Kehre mit einem Punkt, und jeder eigene näher (als der bestplatzierte gegnerische Stock) an der Daube liegende Stock mit 2 Punkten gewertet. Pro Kehre sind demzufolge 3, 5, 7 oder gar 9 Punkte möglich. |
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Anzuspielen hatte zunächst die auf dem Spielplan dazu vorgesehene (bzw. ausgeloste) Mannschaft. Die folgenden Kehren hatte (wie heute noch beim Mahleisschiessen) jeweils diejenige Mannschaft zu beginnen, die in der letzten Kehre gepunktet hatte. Mit Einführung der internationelen Eisstock-Regeln im Jahre 1980 wurde die Anspielregel geändert - das Anspielrecht (bwz. -pflicht) wechselt nach jeder Kehre auf die andere Mannschaft über. |
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Mit der Einführung von Wettbewerben mit mehr als 2 teilnehmenden Mannscharten mussten auch Regelungen für die Spielwertung gefunden werden. Dazu wurden zunächst die Spielergebnisse jeder Mannschaft aufaddiert und anschließend die Summe der eigenen Punkte durch die Summe der von den gegnerischen Mannschaften erzielten Punkte geteilt. Dieses Ergebnis wurde zur Ergebnisfindung herangezogen. Die Mannschaft mit der besten "Quote" wurde auf Rang 1 gesetzt. Die Summe der gewonnenen bzw. verlorenen Spiele blieb zunächst gänzlich unberücksichtigt. |
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Erst später ging man dazu über, die gewonnenen Spiele mit Punkten zu bewerten. Die "Quote" wird seither nur mehr zu Rangfestsetzung bei Punktgleichheit herangezogen. |
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... als Demonstrationsbewerb bei Olpympia |
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Im Jahre 1936 wurde Eisschießen erstmals als sogenannter "Vorführwettbewerb" bei den Olympischen Spielen zugelassen (ein weiteres mal 1964). Das Eisschießen nach den vorgenannten Regeln wird seither auch "olympisches" Eisschießen genannt. Im Gegenzug wird das Spielen nach herkömmlicher Art (ohne Begrenzung des Spielfeldes, der Mannschaftsgröße und Wertung nur der gewonnenen Kehren) als "wildes" Schießen bezeichnet. |
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Die Einzelwettbewerbe Weitschießen und Zielschießen -
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Eisstockschießen war ursprünglich ausschließlich ein Mannschaftswettbewerb bei dem es darum ging, mit der Mannschaft bzw. für die Mannschaft die Daube zu erobern. Die Leistung des einzelnen war dabei von untergeordneter Bedeutung - entscheidend war einzig und allein der Erfolg der Mannschaft. |
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Im Anschluß an diese Mannschafts-Wettkämpe (vornehmlich Mahleisschiessen) wurden vielfach noch Einzelwettbewerbe ausgetragen. Hierbei kamen die besten Einzelkönner in verschiedenen Disziplinen zu besonderen Ehren. |
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Häufig wurden ausgetragen:
Aus diesen Einzelwertungen heraus entwickelten sich die Disziplinen: das Zielschiessen und das Weitschiessen |
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